Machbarkeitsstudie für eine Wasserbewirtschaftung im Grenzraum Seewinkel – Hanság (2021)

Machbarkeitsstudie für eine Wasserbewirtschaftung im Grenzraum Seewinkel – Hanság (2021) 
Im Auftrag des Amtes der Burgenländischen Landesregierung

In der vergangenen Woche wurde der Weltwassertag begangen, der seinen Fokus auf das Grundwasser richtete. Österreich gilt als wasserreiches Land. Dennoch muss auf starke regionale Unterschiedlichkeiten hingewiesen werden. Die folgenden Zeilen und die Kurzfassung zur Machbarkeitsstudie für eine Wasserbewirtschaftung im Grenzraum Seewinkel - Hanság (2021) zeigen die Einzigartigkeit des Naturraumes Seewinkel / Hanság und die Nutzungsansprüche und Defizite auf, die letztlich durch den Klimawandel verstärkt werden. Die Wasserwirtschaft Burgenland ist bemüht, fachliche Konzepte zum Ausgleich bestehender Nutzungskonflikte und Defizite zu erarbeiten, um eine Koexistenz und Entwicklungsmöglichkeit der Interessensgruppen im Naturraum möglich zu machen.      

Die Einzigartigkeit des Naturraumes Seewinkel / Hanság manifestiert sich durch zahlreiche nationale, als auch internationale Schutzzertifikate. Der Seewinkel und Hanság sind durch eine sensible Wasserbilanz geprägt, die hauptsächlich vom Niederschlag abhängig ist. Die mit dem Klimawandel einhergehenden Veränderungen in Bezug auf Niederschlag und Lufttemperatur führen naturgemäß zu einer Beeinflussung der hydrologischen Bedingungen. Trockenphasen sind in der Zukunft vermehrt zu erwarten. 

Beginnend mit den großen Regulierungen der Donau und der Raab sowie der Errichtung des Einser-Kanals nahm der Mensch bereits einen deutlichen Einfluss auf die Region Seewinkel / Hanság. Die dadurch ermöglichten Entwässerungs- und Meliorationsmaßnahmen haben im 20. Jahrhundert zu weiteren landschaftlichen Veränderungen geführt. Mit dem vorrangigen Fokus auf die Ernährungssicherheit nach den beiden Weltkriegen lautete der damalige Grundsatz „Weg mit dem überschüssigen Wasser und den eingestauten Flächen und hin zu fruchtbaren, landwirtschaftlichen Nutzungsgebieten“. Die Siedlungsräume wurden erweitert und die landwirtschaftliche Nutzung voran getrieben.

Die damaligen anthropogenen Veränderungen stellen unter den ablaufenden  Klimaveränderungen die Politik und die Fachabteilungen im Amt der Burgenländischen Landesregierung vor große Herausforderungen, um den vielfältigen Ansprüchen aus Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Wasserversorgung entsprechen zu können. Die vom Bund (BMLRT) initiierte und in Zusammenarbeit mit den Ländern ausgearbeitete Studie „Wasserschatz Österreich“ zeigt deutlich auf, wie stark der Gegensatz zwischen den östlichen Regionen und dem restlichen Österreich hinsichtlich des Wasservorrats ist. Der Wasserbedarf ist in den trockenen Regionen bereits derzeit groß und der Nutzungsgrad der Wasserressourcen liegt im Seewinkel bereits bei über 70 %.

Gemeinsam mit der Direktion für Wasserwesen in Györ wurde eine wasserwirtschaftliche Machbarkeitsstudie für eine Wasserbewirtschaftung im Grenzraum Seewinkel / Hanság ausgearbeitet, die vorrangig Möglichkeiten für den Wasserrückhalt des in der der Region natürlich vorkommenden Wassers behandelt. Zum Ausgleich der fehlenden Niederschläge wurden auch Möglichkeiten für eine Wasserzuleitung aus der Mosoni Duna in den Seewinkel umfassend konzeptioniert. 

In einem seitens der Wassertwirtschaft Burgenland initiierten Erweiterungsprojekt wurde über die vorliegende Machbarkeitsstudie hinausgehend auch eine Wasserzuführung zum Neusiedler See geprüft.   

DOWNLOAD