Gutachten über die Auswirkungen einer Wasserzufuhr aus der Moson-Donau in die Region Neusiedler See

Gutachten über chemische und gewässerökologische Auswirkungen einer Dotation des Grundwassers im burgenländischen Seewinkel sowie des Neusiedler Sees mit Wasser aus der Moson-Donau (2021).

Im Auftrag des Amtes der Burgenländischen Landesregierung.

Ziel des Gutachtens ist die Bewertung einer Wasserzufuhr aus der Moson-Donau in die Region Neusiedler See hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Wasserqualität und den Stoffhaushalt unter Berücksichtigung der neuesten hydrologischen und chemischen Erkenntnisse.

Das Gutachten behandelt Auswirkungen auf die betroffenen Gewässer - Neusiedler See, Seewinkel Grundwasser und Salzlacken (inkl. Zicksee St. Andrä) - hinsichtlich folgender vier Schwerpunktthemen:

  • Grundchemismus (Salzgehalt, pH-Wert, Sodacharakter)
  • Wasserqualität hinsichtlich Nährstoffe
  • Wasserqualität hinsichtlich Spurenstoffe
  • Verlandungsprozesse

Ob eine Dotation mit Wasser aus der Moson-Donau in Hinblick auf Wasserqualität und Verlandung des Neusiedler Sees möglich ist, lässt sich nicht grundsätzlich mit ja oder nein beantworten. Die Frage hängt vielmehr entscheidend vom Ausmaß der Dotierung und von der technischen Ausgestaltung dieser Maßnahme ab.

Das vorliegende Gutachten hat gezeigt, dass das Risiko erhöhter Ableitungen, einer Aussüßung des Neusiedler Sees sowie des Verlusts von dessen Sodasee-Charakter bei einer Wasserzuleitung gemäß Szenario III (Dotation direkt in den Neusiedler See, beschränkt auf Zeiten mit einem mittleren Seewasserstand von 115,2 m.ü.A. oder darunter, und mit bis 1 m3/s im Jahresmittel), sehr gering ist.

Im Falle des Seewinkels besteht die Chance, mit einer Grundwasseranreicherung negative Entwicklungen der letzten Jahrzehnte umzukehren und zum Schutz der Salzlebensräume im Seewinkel beizutragen. Die indirekten Auswirkungen einer Dotierung des Grundwassers auf die sensiblen Ökosysteme der Salzlacken des Seewinkels sind aus derzeitiger Sicht gering.

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